Sonntag, 13. Februar 2011

Tirade des Tages – Ehrenfeld-Edition

Eigentlich hätte ich dieses Blog auch Kotze und Schleim nennen können. Das wäre eindeutig der apartere Titel gewesen. Aber "Ehrenfeld" und "Edition" bilden eine so schöne Alliteration, dass ich mich am Ende dagegen entschieden habe.

Und das, obwohl, seit ich in Ehrenfeld wohne, genau daraus mein Leben besteht: aus Kotze und Schleim. Denn ich wate Tag für Tag durch eine ausgewogene Mischung aus Auswurf, Rotze, (so hoffe ich größtenteils Hunde-)Scheiße und diversen anderen Körperausscheidungen.

Und langsam habe ich es satt. Köln ist ja ohnehin die schmutzigste Stadt dieses Planeten. Berlin mag schmutzig sein – so schmutzig wie Köln ist es lange nicht. In Ehrenfeld scheint es mir aber besonders schlimm. Und: Ich hasse das!

Ich hasse die Arschlochhundehalter, die ihre blöden Tölen überall hinmachen lassen, und am allerliebsten natürlich mitten auf den Gehweg. Ich hasse die Besoffskis, die mitten auf den Aphalt reihern, sodass ich allmorgendlich beim Brötchenholen von kotzefreier Insel zu kotzefreier Insel hüpfen muss, um halbwegs sauberen Fußes wieder nach Hause zu kommen.

Am Schlimmsten allerdings ist die Spucke. Ist euch schon mal aufgefallen, dass die Leute STÄNDIG auf den Boden rotzen? Für mich gibt es genau drei akzeptable Gründe, auszuspucken.


1.du bist gerade einen Marathon gelaufen und dein geschundener Körper produziert so viel Schleim, dass du erstickst, wenn du nicht ausspuckst
2.du befindest dich in einer Tarantinoesken Situation; gefesselt an einen Stuhl sitzt du deinem superfiesen Erzfeind gegenüber, der deine ganze Familie ausgelöscht und dich ordentlich in die Mangel genommen hat; und als der Bösewicht dir ganz nahe kommt um dir noch ein letztes mal ins Gesicht zu lachen, bevor er dir den Garaus macht, kannst du dem Drang nicht widerstehen, ihm zünftig ins Gesicht zu spucken, bevor du den obercoolen one liner ablässt, den du dir extra für den Schluss aufgespart hast
3.du bist ein Lama und spucken ist irgendwie dein Job

Für Situationen dieser Art habe ich durchaus Verständnis. Allen anderen, die in der Gegend rumrotzen, würde ich allerdings gerne mal – gelinde gesagt – den Marsch blasen. Es ist nämlich nicht schön, in Rotze zu treten. Es ist auch nicht schön, Rotze anzugucken. Ich weiß auch gar nicht, wo die Leute dieses gelbgrüne, klumpige Zeug herholen. Ich hab' sowas gar nicht. Zumindest nicht in solchen rauen Mengen. Aber wie dem auch sei: In die Gegend zu rotzen ist nicht nur asozial, was ich noch tolerieren könnte, nein, es ist auch hochgradig unästhetisch, und das nehme ich übel. Zumal man Rotze auf der Straße auch viel schlechter ausweichen kann als beispielsweise Kotze, weil man sie wenn überhaupt erst im letzten Moment sieht.

Aaaah! Ich balle reflexartig meine Fäustchen, wenn ich nur daran denke. Was mich zu einer Frage führt, die immer zentraler wird. Brauche ich anger management? Ich weiß nicht genau, was mit mir los ist. Ich könnte fast stündlich eine Tirade des Tages vom Stapel lassen.

Aber derartige Fragestellungen müssen warten. Ich muss mir jetzt erst einmal einen Hut und eine Bild am Sonntag kaufen, mich über die jungen Leute echauffieren, die nicht mehr wissen, was Anstand ist, und ein paar Falschparker denunzieren.


Bis auf Weiteres,
Wutbürgerin m.

Kommentare:

  1. you go girl!

    du sprichst mir aus der seele! also berlin hat da auch viel zu bieten, aber besonders was hundescheiße angeht, habe ich schon schlimmere städte gesehen. braunschweig zum beispiel. in braunschweig haben die hundebesitzer die niedertracht ihre köter MITTEN auf den gehwe kacken zu lassen. und zwar ALLE! alle 3 meter liegt in brauschweig ein hinterlistiger haufen und lauert auf arglose flaneure.

    ich bin auch kurz davor mir einen tweetanzug zuzulegen, ne hornbrille und nen stock zu besorgen und solche leute damit zu hauen!

    in tiefer anteilnahme aus berlin :)

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  2. Fronque, wenn wir uns das nächste mal sehen, sei es in Köln, sei es in Berlin, dann bilden wir so was wie unsere eigene Bürgerwehr und gehen Bürgersteigverschmutzer schikanieren. Im ganz großen Stil. Au, das wird fein :-)

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  3. Einfach in deren Gärten kacken, laß sie ihre eigene Medizin schmecken. ANARCHIE!

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